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Rundgang 2017 05.04. - 07.04.2017

RUNDGANG 2017
Food and Architecture

Vortrag Sebastian Schellhaas, 5. April., 18h
Anschließend Fest
Portfolio Viewing 6. April, 11—14h
sowie Rahmenprogramm in den einzelnen Klassen

Food and Architecture
Ausgehend von dieser Beziehung kuratiert die Klasse für Bildhauerei die Eöffnungsveranstaltung des Rundgangs 2017. Es geht um Speisen, Zubereitungsprozesse und ihre Verbindung zu Architektur, Kunst und Urbanität. Die Verköstigung während des Rundgangs, sowie das Plakat wurden in diesem Jahr von der Bildhauerei gestaltet und waren Teil der Ausstellung.

Sebastian Schellhaas, Die Welt im Löffel
Zum Eröffnungsvortrag spricht der Ethnologe Sebastian Schellhaas und die von Clementin Deliss kuratierte Ausstellungsreihe des Weltkulturen Museums Frankfurt (aus dem es hervor gegangen ist) zu sprechen. Küchen sind ‬Ausdruck einer Verdichtung von ästhetischen, moralischen, räumlichen, sexuellen und religiösen‭ Ordnungsmustern, anhand‭ ‬derer ‭‬wir‭ ‬‬den‭ ‬Dingen‭ ‬einen‭ ‬Platz‭ ‬in‭ der‭ ‬Welt‭ ‬und‭ ‬‬damit‭ ‬Bedeutung‭‬ zuweisen. Strukturell überschreitet Nahrung die letzte, uns nächste Barriere zwischen Innen und Außen. Wir führen uns Nahrung ein, konsumieren physisches Material und verdauen es um am Leben zu bleiben.‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬ Speisen sind kompensierte kulturelle Produkte und haben uns als Thema in der in der Bildhauer Klasse begeistert.

Restaurant
In der Metallwerkstatt servieren wir Knochensuppe und eine vegetarische Suppe. Die restaurative Knochenbrühe, der man stärkende und sogar heilende Eigenschaften zuschreibt ist der Ursprung des Wortes Restaurant. Restaurants nannte man seit dem 15. Jahrhundert in Frankreich nämlich zunächst die aus Knochen gekochten Brühen. Man ging also nicht in ein Restaurant, sondern nahm es im wahrsten Sinne des Wortes zu sich. In den Pariser Suppenküchen des 18. Jahrhunderts wurde die Brühe dann schon in der Öffentlichkeit verspeist, was im 19. Jahrhundert dann dazu führte, daß der Name von der Suppe auf den Ort überging an dem sie gegessen wird.

Bärenwirt (seit 1663)
Die Installation in der Mitte der Klasse ist das Ergebnis einer „Gastro-performance“. Am Vorabend des Rundgangs hat die Bildhauer Klasse nach einem gemeinsamen Abendessen beim Salzburger „Bärenwirt“ ihre durch intensive Speisegerüche „beduftete“ Kleidung gewechselt. Nacheinander zogen sich die Studierenden in den örtlichen Toiletten um. Frische mitgenommene Kleidung ersetzte die „bedufteten“ Textilien. Diese wurden luftdicht in mitgenommene Plastiktaschen versiegelt. Eine Versammlung von Sockeln, die über viele Jahre in der Bildhauerei für andere Arbeiten und Projekte entstanden sind bilden im Mittelpunkt des Raums ein modulares Display System, eine Art abstrahierte Berglandschaft, auf der die mit den typischen Gerüchen der Österreichischen Küche „beduftete“ Kleidung auf den Sockeln arrangiert wurde. Olfaktorisches Erleben und damit verbundenen Erinnerungen werden durch Alltagstextilien auf molekularer Ebene kommuniziert und dokumentieren einen gemeinsamen Abend der Klasse.

Surface
Der große Stahltisch der Gipswerkstatt ist Schauplatz einer skulpturalen Präsentation einer Süßspeise. Unter der vereinheitlichenden Schokoladenoberfäche befindet sich eine Collage verschiedener Blechkuchen, die die Studierenden nach verschiedenen Rezepten gebackenen haben. Neben geschmacklichen Gesichtspunkten wurden die Rezepte auch auf architektonisch/ökonomische Gesichtspunkte hin ausgewählt, Volumen und Dichte versus Kosten und Zeitaufwand. Einige Stellen des Kuchens sind vegan, andere Laktose frei. Rezepte, aber auch Größe und Höhe der Kuchen bilden also auch die unterschiedlichen Vorlieben und Lebensumstände der Studierenden ab. Das typische Backblech eines Studentenwohnheims beträgt zB. nur 30 x 25 cm.

Installation der Klasse für Fotografie und Neue Medien
Die Ausstellung zum Rundgang 2017 in der Klasse für Fotografie und Neue Medien wurde gemeinschaftlich erarbeitet. Dabei wurden Fragestellungen zum Display, der Rezeption, der Szenografie und der Interaktion zwischen den einzelnen Arbeiten diskutiert. Die Ausstellung in den Klassenräumen und Ateliers greift sowohl den Ort des künstlerischen Arbeitens, als auch das Präsentieren und den öffentlichen Austausch mit den Besucher_innen während des Rundgangs auf. In den drei Tagen der Ausstellung wurden Arbeiten gezeigt, in welchen sich die Studierenden mit zeitgenössischen Themen und Fragestellungen zur Gesellschaft, Ästhetik und Vermittlung auseinandergesetzt haben.

Rahmenprogramm Studienrichtgung Textiles Gestalten

Universität Mozarteum Salzburg, Kunstwerk
Alpenstraße75 (Eingang Gebäuderückseite)
5020 Salzburg
Tel +43 662 6198 3122