Studium bildnerische erziehung 49d66d24ec9a6aa2a335e83fd4e7b42d0bb11b150fad32fe72f19ff60c411b31

Die Studienrichtung Bildnerische Erziehung

Das achtsemestrige Bachelorstudium und das viersemestrige Masterstudium qualifizieren für das Lehramt Bildnerische Erziehung an Sekundarschulen (Allgemeinbildende Höhere Schulen, Neue Mittelschulen). Das Studium besteht aus künstlerisch-praktischen, fachwissenschaftlichen und fachdidaktischen Anteilen. Diese werden weiters durch Bildungswissenschaften und pädagogisch-praktische Studien ergänzt, die von der School of Education der Universität Salzburg angeboten werden. Das Sekundarlehramt ist kombinationspflichtig, d.h. es muss noch ein weiteres Fach studiert werden. Das Studium eröffnet neben dem Lehrberuf weitere Berufsfelder im Bereich der Kunstvermittlung, sei es in Museen, Galerien sowie in anderen Projekten der Kulturarbeit.

Im künstlerischen Bereich werden verschiedene Schwerpunkte angeboten: Malerei, Grafik und Zeichnung, Bildhauerei und Fotografie und Neue Medien. Die Studierenden arbeiten ausgehend von ihren Interessen und Fragestellungen in den verschiedenen Ateliers und Werkstätten. Dort finden regelmäßige Einzel- und Gruppengespräche mit den Lehrenden und den Mitstudierenden über das künstlerische Arbeiten statt. Die Studierenden werden damit befähigt, am Diskurs der zeitgenössischen Kunst teilzunehmen. Exkursionen, regelmäßige Ausstellungsbesuche, Vorträge und Workshops erweitern das Spektrum der Erfahrungen künstlerischen Arbeitens. Salzburg bietet mit seiner reichen Kunst- und Kulturszene, seinem vielfältigen kulturellen Angebot, seinen verschiedenen Museen und durch seine besondere geografische Lage ein breites Feld an Anregungen.

Das Studium ist modular aufgebaut. Um ein medienübergreifendes und interdisziplinäres Verständnis von Kunst entwickeln, arbeiten die Studierenden im ersten Studienjahr abwechselnd in allen vier künstlerischen Bereichen. Anschließend setzen sie sich in Absprache mit den Lehrenden selbst einen künstlerischen Schwerpunkt. Das Studium bietet die Möglichkeit, das im Zweitfach generierte Wissen ergänzend, erweiternd oder im wechselseitigem Austausch in die eigene künstlerische Arbeit einzubeziehen. Die Studierenden gestalten so ihr Studium zunehmend entsprechend ihren eigenen Interessen.

Bildhauerei

Skulptur, Installation und räumliche Intervention sind nur einige von vielen Begriffen, die heute innerhalb der zeitgenössischen Kunst in den Bereich der Bildhauerei fallen. Was Bildhauerei gegenwärtig ist oder sein kann und wie sie sich kulturell und gesellschaftlich manifestiert, ist eine zentrale Fragestellung des Studiums.

Als Praxis, die in Form von Skulpturen, Collagen und Installationen eine Auseinandersetzung mit (urbanem) Raum und seinen sozialen, ökonomischen und psychologischen Konnotationen bietet, stellt das Studium Schnittstellen zu Design, Architektur und Fotografie her. Ein dementsprechend interdisziplinärer Ansatz ist die Basis für die Arbeit mit den Studierenden. Die sichtbaren und unsichtbaren Strukturen des öffentlichen Raums und ihre Artikulationen in Objekten und Materialien die unsere Handlungen bestimmen, bilden dabei das Referenzsystem. Die Art und Weise wie kommerzielle Überlegungen, aber auch Emotionen, Begehren und Macht durch Form gewordene Äußerungen im Alltag kommuniziert werden ist der Ausgangspunkt für den Diskurs mit Studierenden. Angesichts unserer bis ins letzte Detail durchgestalteten Lebenswelten, in denen alle wahrnehmbaren Merkmale von Objekten, Räumen und Oberflächen auf bestimmte Reaktionen hin geplant wurden, ist eine Auseinandersetzung über diese Phänomene und die dahinter steckenden Strategien ein wichtiger Teil der künstlerischen Ausbildung. Die Frage, wie sich die künstlerische Produktion dreidimensionaler Objekte dazu verhalten kann, rückt ins Zentrum der Arbeit. Skulptur,- Handlungs- und Materialbegriffe werden erprobt. Stadt- und Ortsanalysen, thematische Workshops, Seminare zur Geschichte der Skulptur und des Ausstellungsraums, sowie die kontinuierliche Beschäftigung mit zeitgenössischen künstlerischen Positionen sollen ein Verständnis von Bildhauerei als gegenwärtiger Tätigkeit bilden.

Fotografie und Neue Medien

Die Begegnung mit Fotografie zeichnet sich in gegenwärtigen Kulturen nicht allein durch das Bild aus, sondern ebenso durch Prozesse des Sichtbarmachens die unserer Gesellschaft zugrunde liegen. Der Unterricht stellt einen Raum dar, Fotografie als Prozess zu verstehen der soziale und kulturelle Bedeutung erzeugt – als experimentelle Arbeit, die nach neuen Formen des Darstellens, Abbildens, Erzählens, Kommunizierens und des Zeigens sucht. Klassische und zeitgenössische Techniken der Fotografie und des Films werden diskutiert und angewendet.

Die Bedeutung von Raum, Architektur und klassischen künstlerischen Medien sowie die Materialität des fotografischen Bildes stellen in Bezug auf eine digitale Kultur den Schwerpunkt der Auseinandersetzung dar. Einzel- und Gruppengespräche, begleitende Gastvorträge und externe Kritiken setzen die Arbeit in der Klasse in ein wechselseitiges Verhältnis zu gegenwärtigen künstlerischen Diskursen.

Das Aufzeichnen des eigenen Lebens und das gleichzeitige Erzeugen von Identitäten und Kulturen, das Kommunizieren durch Bilder, sowie das visuelle Denken im Kontext der Kunst- und Kulturgeschichte sind nur einige Aspekte, die das fotografische Bild zum Bestandteil eines zeitgenössischen Denkens und Handelns machen. Fotografie entwickelte sich zu einem Medium, das unser Leben nicht nur aufzeichnet, sondern damit einhergehend eine Kultur der Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit, der Inszenierung und der Erzählung erzeugt. Als Sprache des Dokumentarischen sowie der Inszenierung nimmt das fotografische Bild dabei sowohl eine kulturelle als auch eine politische und gesellschaftliche Rolle ein. Seine Bedeutung im Journalismus, in der Wissenschaft und in der Populärkultur stellt das fotografische Bild als künstlerisches Medium in ein virulentes Verhältnis zu gegenwärtigen gesellschaftlichen Themen.

Diese Unmittelbarkeit und Nähe zur Gegenwart war mit ein Grund dafür, dass Fotografie und Film seit ihren Anfängen zu einer wesentlichen Sprache für zeitgenössische Künstler und Künstlerinnen wurde. Sie diente als Instrument, das traditionelle Kulturverständnis zu hinterfragen und die künstlerische Arbeit als reflektierendes, gesellschaftliches Handeln zu verstehen.

Grafik

Unter dem Begriff Grafik wird heute eine Vielzahl unterschiedlicher künstlerischer und angewandter Techniken zusammengefasst, zu denen neben der Zeichnung und analogen Drucktechniken auch Grafikdesign sowie die visuelle Gestaltung moderner Kommunikationstechnologien zählen. Als solches ist Grafik – wie Fotografie – aus der Alltagskultur nicht wegzudenken und ihr Anwendungsgebiet erstreckt sich über die rein künstlerische Tätigkeit in zahlreiche andere Berufsfelder. Aufgrund der zunehmenden Piktorialisierung der Gesellschaft nehmen visuelle Leitsysteme in der digitalen Kommunikation und der Visualität des Alltags eine zentrale Rolle ein, man denke nur an Piktogramme und Icons. Diese stellen eine wechselseitige Beziehung zwischen kommerziellen und nicht kommerziellen Strategien dar, die heute eine Trennung zwischen freier und angewandter Bildproduktion aufgelöst hat. Methoden der Appropriation bilden dabei sowohl eine visuelle Sprache in der Kunst als auch in angewandten Bereichen wie im Grafikdesign, in der Plakatgestaltung, in der Gestaltung von Magazinen, Webseiten, Werbung oder politischen Flugblättern. Diese Wechselverhältnisse stellen im Rahmen des Studiums einen Raum für eine künstlerische Auseinandersetzung dar, in dem die Studierenden Fragen nach dem Visuellen in gegenwärtigen kulturellen Kontexten nachgehen. Grafische Techniken, Druckverfahren und Typografie werden dabei vor dem Hintergrund ihrer historischen und aktuellen gesellschaftlichen Zusammenhänge erprobt.

Malerei

Malerei ist vermutlich jene künstlerische Tätigkeit, die am stärksten mit ihrer eigenen Geschichte verknüpft und am intensivsten an den individuellen künstlerischen Ausdruck gebunden ist. Wie auch das Verständnis von Kunst im Allgemeinen hat sich das Verständnis von Malerei im 20. Jahrhundert radikal geändert. Entgrenzung und Intermedialität sind nur zwei dafür relevante Begriffe. Der Fokussierung auf Malerei als Medium folgte in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine Öffnung sowohl in der Praxis wie auch im theoretischen Diskurs. Der Malerei traditionell zugrunde gelegte Autorenschaft und Werkgebundenheit wurden dabei zunehmend in Frage gestellt.

Malerei wird heute in Zusammenhang und Auseinandersetzung mit anderen künstlerischen Arbeitsweisen gesehen und praktiziert. Die Idee einer Entmaterialisierung in der Kunst wie auch ein Verständnis von Kunst als Form gesellschaftlichen und kulturellen Handelns zeitigte auch Rückwirkungen auf das Selbstverständnis und die Praxis der Malerei.

Abstraktion oder Figuration, Repräsentation oder Autonomie, Emotionalität oder Rationalität, diese ideologisch aufgeladenen und in der Moderne so bitter verfochtenen Antagonismen sind in einem heutigen Kunst- und Malereiverständnis weitgehend aufgehoben. Das künstlerische Denken und Experimentieren in der Malerei wird im Jetzt verankert und gelangt durch den Dialog mit den komplexen historischen Bezügen zu relevanten und faszinierenden Ergebnissen und Aussagen zur Gegenwart.

Die praktische und theoretische Auseinandersetzung mit Malerei im Studium reagiert auf diesen Hintergrund. In individuellen und gemeinsamen Arbeitsbesprechungen, in Diskussionen über Ausstellungen, Textlektüren und Gastvorträgen werden die Kriterien analysiert, die mit konzeptuellen Herangehensweisen und der eigenen künstlerischen Praxis der Studierenden verbunden sind.

Techniken der Malerei werden anhand konkreter Arbeitsprozesse erörtert und im Kontext der Malerei- und Kunstproduktion erprobt und beleuchtet. Dies inkludiert einen lebendigen Diskurs über zeitgenössische Kunst wie auch über die Geschichte der Malerei und fördert gezielt die Kritikfähigkeit der Studierenden.

Fachdidaktik

Bilder spielen privat, beruflich und politisch eine wichtige Rolle. Lehrerinnen und Lehrer der Bildnerischen Erziehung stehen vor zwei Fragen: „Was soll wie in der Kunst und der visuellen Kultur unterrichtet werden?“ Die Fachdidaktik liefert darauf wissenschaftlich begründeten Antworten. Die Studierenden lernen, wie sich das Fach im Lauf der Geschichte entwickelt hat und welche Ideen und Vorstellungen den gegenwärtigen Unterricht bestimmen. Sie beschäftigen sich damit, wie Kinder und Jugendliche im Fach lernen, da geht es um visuelle Wahrnehmung, die Entwicklung der Kinderzeichnung sowie um Kinder- und Jugendästhetik und die damit zusammenhängenden bildnerischen Interessen. Sie diskutieren, welche Kompetenzen wir heute und morgen brauchen und was das Fach dazu beitragen kann. Die fachdidaktischen und schulpraktischen sowie pädagogischen Lehrveranstaltungen bereiten die Studierenden auf ihren zukünftigen Beruf als Lehrende innerhalb und außerhalb von Schulen vor. Die Studierenden lernen Inhalte und Methoden des Unterrichts auszuwählen und zu begründen. Dabei geht es um die Vermittlung von bildender Kunst, aber auch um die Ästhetik im Alltag. In Seminaren und Übungen lernen die Studierenden Unterricht vorzubereiten, zu beobachten und kritisch zu reflektieren. So entwickeln sie die notwendige Professionalität und Sicherheit im Umgang mit Schülerinnen und Schülern.

Studienpläne

Curriculum für das Bachelorstudium Lehramt Sekundarstufe (Allgemeinbildung) Entwicklungsverbund "Cluster Mitte"
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Curriculum für das Masterstudium Lehramt Sekundarstufe (Allgemeinbildung) Entwicklungsverbund "Cluster Mitte"
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Curriculum für das auslaufende Bachelorstudium Lehramt Bildnerische Erziehung
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Curriculum für das auslaufende Diplomstudium Bildnerische Erziehung, Werkerziehung, Textiles Gestalten
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